Schloßturm

Der Lauenburger Schloßturm ist früher wie heute das Wahrzeichen unserer Stadt. Er ist das bemerkenswerteste Bauwerk der von Bernhard von Askanien 1182 errichteten Fest.
Erst im 15. Jahrhundert bei einem großem Um- und Ausbau der Burg durch Johannes IV. wurde der Turm nach 20-jähriger Bauzeit im Jahre 1477 fertiggestellt. Es war ein für damalige Zeit hochmoderner Geschützturm, denn seit dem Aufkommen der Feuerwaffen genügte die alte Verteidigung mit Wall und Graben allein nicht mehr. Sein Untergeschoß war Verlies für Staatsgefangene und zugleich Pulverkammer. Im Stockwerk drüber waren vier schwere Geschütze aufgestellt. Durch seine heute vermauerten Schießscharten konnte man die strategisch wichtigsten Punkte der Stadt unter Feuer nehmen. Hinter den über 2 m decken Mauern konnte sich die Besatzung ziemlich sicher fühlen. Ähnlich starke Geschütztürme baute man damals häufig, so etwa zu gleichen Zeit das Lübecker Hostentor. Ein in früheren Jahren vorhanden gewesenes höheres Stockwerk diente zur Unterbringung leichterer Geschütze und für Gewehrschützen. Wahrscheinlich wurde das obere Geschoß und das, was etwa noch darüber war, beim Brande des Schlosses im Jahre 1616 so schwer beschädigt, dass es abgetragen werden mußte. Seit dem Umbau des Turmes im Jahre 1725 hat er seine heutige Gestalt. Er diente nun ausschließlich als "Stockhaus" zur Unterbringung von Gefangenen. Mehrere Gefängniszellen sind teilweise noch mit der alten Inneneinrichtung versehen, aber seit dem Beginn der Dänenherrschaft im Jahre 1817 nicht mehr benutzt. Das früher als Pulverkammer dienende untere Turmgewölbe beherbergt heute als Lapidarium einige Reste des von Herzog Franz II. errichteten kirchlichen Ehrenmales.


 

Bildergalerie Schlossturm

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